Schiunfall im Urlaub und die rechtlichen Folgen

Wie in jedem Winter herrscht auch jetzt wieder Hochbetrieb auf den Schipisten. Schifahren wird massenhaft betrieben und das Risiko für Verletzungen ist ziemlich hoch.

Um die 250 000 Schifahrer hatten sich allein in den alpinen Schiorten Österreichs, der Schweiz, Deutschlands und Italiens in der vergangenen Saison bei einem Schiunfall verletzt. Das sind eine viertel Million Einzelschicksale, deren Auswirkungen durch persönliche Verhaltensregeln in gewissem Maße eingedämmt werden können.

Die 10 Verhaltensregeln für die Schipiste lauten:

  1. Rücksichtnahme ist angesagt. Kein anderer Benutzer der Piste darf geschädigt werden.
  2. Fahrweise und Fahrgeschwindigkeit müssen beherrscht werden. Dabei sollen die Verkehrsdichte sowie die Witterungsverhältnisse, Sichtweiten, Schnee- und Geländeverhältnisse sowie die ganz persönlichen Voraussetzungen beachtet werden.
  3. Richtige Wahl der Fahrspur, damit vorausfahrende Benutzer der Piste nicht gefährdet werden.
  4. Überholt werden kann von allen Seiten, keinem Mitbenutzer darf dabei der angemessene Raum und die Bewegungsfreiheit abgeschnitten werden.
  5. Hangaufwärts fahren, anfahren oder einfahren darf man nur, wenn keine Gefahr besteht.
  6. Anhalten an engen und unübersichtlichen Stellen kann man nur in höchster Not. Dann ist die Stelle unverzüglich freizumachen, um Kollisionen auszuschließen.
  7. Zum Abstieg oder Aufstieg zu Fuß wird der Rand der Abfahrt benutzt.
  8. Signale und Markierungen müssen beachtet werden.
  9. Jeder ist zur Hilfeleistung auf der Schipiste verpflichtet.
  10. Jeder Benutzer der Piste muss sich im Unfall- oder Schadensfall ausweisen und seine Personalien angeben können.

Aber diese Regeln allein helfen nicht immer, schließlich ist die Schipiste keinesfalls ein rechtsfreier Raum und der Schiurlaub birgt immer wieder allerlei rechtliche Fangstricke, die der professionellen rechtlichen Beratung und Vertretung bedürfen. Und diese Rechtsberatung bei einem Skiunfall sollten Sie auf jeden Fall bei einem ortsansässigen Rechtsanwalt einholen, da nur dieser Spezialist im jeweiligen Landesrecht sein kann.

Die Festlegungen des Internationalen Schiverbandes FIS sind weltweit geltende Regeln. Hat ein Verursacher gegen diese Regeln verstoßen, kommen rechtliche Konsequenzen auf ihn zu.

Der Geschädigte sollte analog zum Autounfall möglichst Beweisfotos machen und die Namen der Zeugen notieren. Im Streitfall geht es dann beispielsweise um Haftung, Schmerzensgeld, Urlaubskosten, Verdienstausfall und nationales Recht.

Für Verursacher und Geschädigte ist der Gang zum spezialisierten Rechtsanwalt meist unbedingt notwendig.

 

Bildquelle: Skier © Péter Gudella | Dreamstime.com

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